Musikverein Denzlingen e.V.

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"Die Franzosen waren richtig begeistert von uns"

Jugendorchester des Musikvereins besuchte die französische Partnerstadt St. Cyr-sur-Mer — und war begeistert von der Reise

Freitag, 13. Juni 2008 - Artikel in der Badischen Zeitung
Verfasser: Markus Zimmermann-Dürkop

DENZLINGEN. Jederzeit würden sie wieder zu einer Orchesterreise in die südfranzösische Partnerstadt St. Cyr-sur-Mer aufbrechen — da sind sich Chantal Graf, Tobias Weismann und Julia Hoch einig. Trotz oder vielleicht gerade wegen des großen Altersunterschiedes zwischen den Mitgliedern des Jugendorchesters des Musikvereins seien die sechstägige Reise und der Aufenthalt am Mittelmeer ein "tolles Erlebnis gewesen" .

"Genau zehn Jahre nachdem ein Jugendensemble des Musikvereins schon einmal die französische Partnerstadt besucht hatte, ist diese wieder zum Ziel einer Konzertreise ausgewählt worden" , erklärt Jugendwart Andreas Zimmermann. Ziel der Reise sei neben dem Kontakt mit jugendlichen und erwachsenen Musizierenden der Partnerstadt auch das Zusammenwachsen der 33 Mitglieder des eigenen Orchesters gewesen.

"Wir sind wieder in einer Umbruchphase, ältere Mitspielende gehen und junge rücken nach" , erklärt Andreas Zimmermann. "Bis zur Reise habe ich nicht alle mit Namen gekannt" , erklärt die zehnjährige Saxofonistin Chantal Graf. Jetzt sei das ganz anders, weil die meisten Programmpunkte gemeinsam unternommen worden seien. "Selbst der zur freien Verfügung stehende Nachmittag wurde gemeinsam am Strand verbracht" , erzählt die 16-jährige Klarinettistin Julia Hoch. "Wenn man in so ein Orchester kommt, dann ist es am Anfang zumeist etwas komisch" , sagt der zwölfjährige Trompeter Tobias Weismann. Spätestens nach der Reise sei das ganz anders. Die Tage in Frankreich hätten die Gruppe zusammen geschweißt. "Wie jüngere und ältere zusammen gefunden haben, war ganz toll beim Besuch im Klettergarten zu sehen" , betont Dirigentin Diana Stephan. Aus Sicht der musikalischen Leiterin, die mit der Orchesterreise ihre Flitterwochen verband — sie war mit ihrem Ehemann schon eine Woche früher angereist — wirkt sich das Zusammenwachsen aber auch musikalisch aus. "Es ist ganz toll, welche neue Lust das Orchester entwickelt" , betont Diana Stephan.

Lust auch auf Frankreich, was sich nicht nur in der Erweiterung des Repertoires um das Stück "Oh Champs-Elysées" zeige. Toll sei es auch gewesen, Schüler der L’école municipale de musique, der Musikschule, in das Ensemble mit zu integrieren und beim Konzert auch einige Stücke gemeinsam mit dem "Progrès Musical" , dem örtlichen Musikverein, zu spielen. Ohne Probe sei das locker gegangen, was auch für die Fähigkeiten der Musiker spreche — auch wenn sich die Franzosen nicht immer an den Rhythmus gehalten hätten, der auf den Notenblättern notiert ist.

"Mit Händen und Füßen haben wir geredet" , betonen die Jugendlichen. Außerdem hätten sie ja auf ihr Schulfranzösisch zurückgreifen können. "Das Konzert war richtig toll, die Franzosen waren begeistert von uns" , hebt Tobias Weismann hervor. Dass das zweite geplante Konzert am Abreisetag dem Regen zum Opfer fiel, bedauern alle. Es sei aber der einzige Tag mit enttäuschendem Wetter gewesen und somit nur ein Grund mehr, noch mal nach St. Cyr aufzubrechen.