Musikverein Denzlingen e.V.

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Das Konzert fand im Saale statt

Das als Open Air geplante Doppelkonzert des Musik- und Kunstwochenendes in Reute musste verlegt werden

Dienstag, 10. Juni 2008 - Artikel in der Badischen Zeitung
Verfasser: Pia Grättinger

REUTE. Aus dem Open-Air-Konzert "Zwei Vereine — ein Orchester" der Musikvereine Reute und Denzlingen wurde ganz schnell ein Indoor-Konzert. Die Bänke auf dem Rasengelände bei der Schule in Reute waren gut gefüllt mit zahlreichen Besuchern. Die Musikinstrumente und Notenblätter der 90 Musikerinnen und Musiker waren auf der Bühne platziert, doch genau um 19.30 Uhr setzte der Regen ein und Ute Metzger verkündete das Ende der Open-Air-Aufführung.

Hektisch, aber mit viel Disziplin wurden Instrumente, Notenständer und Stühle geschleppt. 20 Minuten später ging es mit in der Halle los. Schade nur, dass einige Besucher es vorzogen, nach Hause zu gehen. Ihnen sei gesagt: Sie haben viel versäumt! Denn die Musiker und die beiden Dirigenten Daniel Lampert und Harald Aigeldinger ließen sich von dem Wetterkapriolen die Laune nicht verderben. Das Orchester bot zwei Stunden lang Blasmusik auf hohem Niveau. Sie eröffneten furios mit dem Stück "Groovin’ Around" den Konzertabend und boten den Zuhörern ein unvergleichliches Klangerlebnis, in dem auch Solisten brillierten. Das 90 Mann starke Orchester setzte die Filmmusikwerke von John Williams "The March from 1941" sowie "Fluch der Karibik" von Klaus Bardelt und "The Rock" ein Arrangement von Glennie-Smith-Zimmer-Williams hervorragend um. Dabei wurde den Musikern technisch, harmonisch wie auch rhythmisch einiges abverlangt.

Auch nach der Pause bekam das Publikum Musikgenuss auf höchstem Niveau geboten. Die Zuhörer reagierten begeistert und feierten das Gesamtorchester vom ersten Stück an. Anspruchsvoll waren das Medley von Robbie Williams "Let me entertain you" und "Santana" von Giancarlo Gazzani arrangiert. Das Rhythmusfeuerwerk ging weiter mit "Bryan Adams" und "Queen in Conzert" . Immer wieder griffen Schlagzeuger, Percussion und auch Bläser in die Vollen. Doch es gab immer wieder einschmeichelnde, sanfte Töne, die die Dramatik steigerten. Lampert und Aigeldinger dirigierten abwechselnd, beide hatten dass große, sicher nicht einfach zu führende Gesamtorchester fest im Griff. Seit drei Monaten hat jedes Orchester für sich geprobt, am Schluss gab es nur vier Gesamtproben und es hat alles geklappt. Das Orchester präsentierte sich als kompakte musikalische Kompetenz. Die beiden Dirigenten dirigierten mit motivierender Gestik und vermittelten dem Orchester deutlich die nötigen Nuancen. Durch das Programm führte aus Reute Ute Metzger und aus Denzlingen Klaus Bechthold.

Das Publikum geizte nicht mit Applaus — als Dankeschön für ein anspruchsvolles, anregendes Programm, wie man es in deutschen Mehrzweckhallen nicht oft zu hören bekommt. Zugaben gab es natürlich auch einige.

Das Konzert war der Höhepunkt des Musik- und Kunstwochenendes, das der Musikverein veranstaltet hatte. Gut besucht auch die Ausstellung von sieben Künstlern in der Grund- und Hauptschule in Reute.