Musikverein Denzlingen e.V.

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Klangfeuerwerk für den guten Zweck

Der Musikverein Denzlingen veranstaltete ein Benefiz-Kirchenkonzert für Senioren und Kinder in St.Jakobus.

Mittwoch, 09. Mai 2012 - Artikel in der Badischen Zeitung
Verfasser: Andrea Steinhart

DENZLINGEN. Dass am Sonntagabend nach dem Benefizkonzert des Musikvereins Denzlingen zu Gunsten des "Aktion Lebensraum" und des "Seniorenzentrums" das Publikum lang anhaltend applaudierte, waren keine Höflichkeitsgeste und auch keine Übertreibung. Die rund 50 Instrumentalisten unter der Leitung von Harald Aigeldinger hatten großartig musiziert und sich den Beifall redlich verdient.

Gleich zu Beginn gab es ein Extralob vom Hausherrn der katholischen Kirche St. Jakobus, Pfarrer Hermann Vogt, für die gelungene Zusammenstellung der schönsten Musikstücke. Der Wechsel zwischen bekannten Chorälen und fast in Vergessenheit geratene Kompositionen sowie die Freude der Musiker selbst machten das Konzert zu einer absolut runden Sache.

 

Das Gesamtorchester eröffnete das Konzert mit einem wahren Klangfeuer. Mit dem "Triumphal Prelude" von Thomas Doss füllten die Musikerinnen und Musiker den gesamten Kirchenraum. Im Anschluss wurde sensibel das "Arioso" von Johann Sebastian Bach in einer Bearbeitung von Jacob de Haan präsentiert. Die ganze Schönheit der Musik, ruhig und melodisch, sanft und einfühlsam, kam hier bei dem wohl bekanntesten Werk Bachs zum Tragen.

Tobias Weismann entlockte seinem Flügelhorn andächtige Klänge bei der fast vergessenen Komposition von Sir Hubert Parry. Das Musikstück wurde für Blaskapellen von Philip Sparke arrangiert, ebenso das folgende "Gnade und Ehre", welches Wim Stalman geschrieben hatte. Die Musiker setzten ihr Programm mit Glockenschlägen fort: "Die Lichtblicke" von Kurt Gäble – ein Werk, bei welchem der Komponist die Hoffnung, die Kraft gebenden Lichtblicke des Alltags, verarbeitet hatte. Als grandiose Oboespielerin setzte Iris Binder dem Konzert ein weiteres Glanzlicht auf bei "Pie Jesu" von Gabriel Fauré, das sie überaus gefühlvoll zusammen mit dem Orchester interpretierte.

Ein höchst emotionales Wechselbad der Klänge erlebten die Zuhörer bei dem zehnminütigen Musikwerk "Die Hexe und die Heilige" von Steven Reineke. Den beginnend dunklen, mystischen Klängen folgen zarte Melodien, die alsbald von einem gewaltigen und dramatischen tutti abgelöst wurden. Der Komponist Reineke schrieb das Werk nach dem Buch von Ulrike Schweikert, das von den in Ellwangen im Jahre 1588 geborenen Zwillingsmädchen erzählt: Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme in Leonberg. Da Sibylla die Mächtigen durchschaut, wird sie verfolgt und angeklagt. Helena rettet ihre Schwester vor dem Scheiterhaufen, stirbt aber selbst dabei. Mit den letzten Takten schließt Helena ihre Augen in den Armen ihrer Schwester Sibylla. Die Musiker beendeten den offiziellen Konzertabend mit dem "Präludium und Choral" von Roland Kernen. Die Ansage für die Stücke übernahmen dabei jeweils Lena Sator und Sandra Schlegel.

Für das "AWO Seniorenzentrum", das mit der Aktionswoche "Ferien ohne Kofferpacken" einen Wunsch vieler Senioren erfüllt, und wofür Essen und Trinken gekauft werden müssen, war ein Teil des Erlöses aus dem Benefizkonzert. Therese Baumgartner erläuterte das Projekt, das auch dazu beitragen kann, bis ins hohe Alter würdiger zu leben.

Ein weiterer Teil des Spendenerlöses will Vorsitzender Fritz Dorsch vom Musikverein dem Verein "Aktion Lebensraum" übergeben. Der 1989 gegründete Verein ist Träger des Waldkindergartens und unterhält vier Waldspielgruppen für kleine Kinder in Sexau und Denzlingen, wie Achim Karduck von "Aktion Lebensraum" erklärte. Die Spende des Musikvereins soll in das vielseitige, naturpädagogische Programm fließen.