Musikverein Denzlingen e.V.

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Gekonnte Töne aus dem "Blechhauf'n"

Magie, Artistik und Musik auf höchstem Niveau im Denzlinger Kultur- und Bürgerhaus / Musiker aus dem Burgenland.

Dienstag, 17. April 2014 - Artikel in der Badischen Zeitung
Verfasser: Tobias Fahrländer

DENZLINGEN. Das Festbankett aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des Denzlinger Musikvereins ist gerade mal ein Monat her, da wartet der Traditionsverein mit einem weiteren Höhepunkt auf. Als ganz besondere Gäste standen Musiker aus dem österreichischen Burgenland auf der Bürgerhaus-Bühne als "Blechhauf’n", der mit seinem neuen Programm die ganz andere Art von Blasmusik verkörpert.

Beim „Blechhauf’n“ wird um jeden Ton gerungen – so auch in Denzlingen.

Sieben Bläser aus dem österreichischen Burgenland, drei Trompeter, drei Posaunisten und ein Tubabläser führten ihr neues Programm "Burning Lips" auf. Doch am Ende der Aufführung brannten nicht nur deren Lippen, sondern das Publikum war vor Begeisterung entflammt.

Als internationale Showtruppe aus "Las Vegas" präsentierte sich das Ensemble unter der Leitung des Tubisten Albert Wieder, unglaublich vielseitig war ihr musikalisches Repertoire, verknüpft mit einem bemerkenswerten schauspielerischen und artistischen Können. Mit dem Kriminaltango ließ das Ensemble gleich zu Beginn aufhorchen, wer der Boss in "Las-Vegas-Denzlingen" ist. Aus dem Reisekoffer wurden verblüffende Tricks hervorgezaubert. Wer kann schon mit einer Banane im Mund moderieren, singen und dann auch noch Trompete spielen?

Von Österreich kommend durften natürlich österreichische, aber auch böhmische und tschechische Melodien nicht fehlen, wobei die Texte immer ironische Eigenkreationen waren: so der "italienische Meldodienstrauß" mit den den Noten aus "Time to say goodbye", Mozarts "Zauberflöte", Frank Sinatras "My way" und "Schön ist es, auf der Welt zu sein" – und das auf den Text: "Warum ist kein Essen da". Die Profis demonstrierten schauspielerisches, musikalisches und komponitorisches Talent, kaum einer konnte sich da im Bürgerhaus das Lachen verkneifen. Wie man zu siebt auf nur vier Stühlen musiziert und dabei noch dei Tuba zerlegt, war Show vom Feinsten. Sogar Kosaken-Tänze wurden vorgeführt, die Musiker drehten sich auf der Bühne um 360 Grad, Gymnastik-Seile wurden gespannt und Lambada gespielt und getanzt. Anschließend wurde wieder mehr Wert auf die musikalische Komponente gelegt.


Mit Filmmelodien aus "Das Boot" und "Titanic" ging es auf eine stürmische Seefahrt. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten war aber weiter eines der Hauptthemen, mit "Survin’ USA" und "The world is not enough". Zweieinhalb Stunden gingen wie im Flug vorbei. Der Musikverein – Fritz Dorsch als Chef – hatte mit "Blechhauf’n" das richtige Gespür : "Standing Ovations" und mehreren Zugaben. Einziger Wermutstropfen: Das Bürgerhaus war mit 350 Besuchern nicht ausverkauft. Das hätte die Veranstaltung verdient gehabt.