Musikverein Denzlingen e.V.

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Viel Glück und viel Segen zum 150.

Festbankett des Denzlinger Musikvereins mit buntem Programm und allerlei Gratulanten.

Dienstag, 18. März 2014 - Artikel in der Badischen Zeitung
Verfasserin: Helena Kiefer

DENZLINGEN. Ein großes Wochenende, an dem die Musiker das 150-jährige Bestehen feierten, hat der Denzlinger Musikverein hinter sich. Zum Auftakt hatte am Wochenende das Festbankett des Vereins stattgefunden. Ein Abend mit kurzweiligem Programm und einigen kreativen Reden lockte viele Denzlinger in den Lothar-Fischer-Saal ins Kultur-und Bürgerhaus.


Vereinsvorsitzender Fritz Dorsch freute sich über die Besucher – für mehr wäre aber durchaus noch Platz gewesen. Was der Musikverein kann, zeigte gleich zu Beginn das Hauptorchester mit einer Konzert-Fanfare. Als Schirmherr lobte Bürgermeister Markus Hollemann in seinem Grußwort die Arbeit und Vielseitigkeit des Musikvereins ebenso wie dessen Engagement, Kunst und Kultur in Denzlingen zu fördern. Dem Musikverein Denzlingen gelinge "der Spagat zwischen Tradition und Moderne, Ernst und Unterhaltung", so Hollemann. 55 Kinder seien derzeit im Verein in musikalischer Ausbildung, ob am Instrument, in der Rhythmuswerkstatt beim Bongo-Spielen oder der musikalischen Früherziehung. "Doch ein Orchester steht und fällt mit dem Dirigenten", lobte Hollemann die Arbeit von Harald Aigeldinger, Thorsten Hehn und Torsten Klawonn.

Auch Harald Bobeth, Präsident des Oberbadischen Blasmusikverbands, lobte die Bemühungen des Vereins und freute sich, dass dieser "so alt und dennoch junggeblieben" sei. Der MVD richtete auch die Hauptversammlung des Blasmusikverbandes aus. Anschließend trugen die Denzlinger Landfrauen mit einem Theaterstück zum Programm bei. Marianne Rappold, Conny Schwaab, Barbara Nübling, Markus Nübling und Andreas Speicher traten in "Ein vitaler Pflegefall" von Regina Harlander auf. Erinnerungen an CVJM-Theater in Kurzfassung wurden wach, als Richard mit seiner Frau Anneliese, deren Schwiegervater und den Vertreterinnen von Kuppelfirma und Pflegekasse aufeinandertrafen. "Jetzt hör doch mol mit dere Umenanderrennerei uf", schimpfte Barbara Nübling als Anneliese mit ihrem Mann. Seinem Vater sollte eröffnet werden, dass das Geld knapp sei und er jetzt auch mal etwas beitragen müsse. Der Vater ließ sich darauf ein, den Pflegebedürftigen zu spielen, um Pflegegeld zu bekommen. Was Anneliese nicht wusste: Der Vater hatte eine Partnervermittlung engagiert, um eine Frau zu finden. "Du weisch doch, es isch allein so kalt unter der Bettdecke", so Markus Nübling als "vitaler Pflegefall". Als die Kassen-Vertreterin kam, spielte er den Pflegebedürftigen perfekt. Nur merkte er nicht, dass die Partnervermittlerin vor ihm saß und bedauerte, keine passende Frau für ihn finden zu können. Die Geschichte nahm ihren Lauf und entlockte den Zuschauern beherzte Lacher. Vater und Sohn retteten das Pflegegeld, indem sie erzählten, wie es um die geistige Verfassung des alten Herrn stehe. Für den singenden Gockel, der auf dem Küchentisch sitzend nach einer Frau suchte, unterschrieb die Kasse doch. 
Dank vieler Sponsoren konnte der Musikverein den Besuchern seine Festschrift übergeben. Diese wurde von Maria Himpele stellvertretend für das Redaktionsteam mit Fritz Dorsch, Kathrin Beiermeister, Silke Nübling, Sibylle Wagner, Thorsten Hehn, Albrecht Lehmann und Sabrina Welz vorgestellt. Es gratulierten die Vertreter der Vereine ebenso wie die der Kirchen. Sabine König und Jürgen Schopp dirigierten das Lied "Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen, viel Wohlklang und Freude sei auch mit dabei", das von den Gästen im Kanon gesungen wurde.

Einen Ausschnitt aus der Vereinsgeschichte zeigten die Dorfmusikanten: Nur Männer standen im Halbkreis auf der Bühne und spielten den Dragoner Marsch wie die Musiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – zu Zeiten, in denen das Fehlen bei der Probe per Geldstrafe geahndet wurde. "10 000 Mark – pardon 5000 Euro" spendete Werner Kern für die Raiffeisenbank als Geburtstagsgeschenk.