"Bei solcher Musik geht uns das Herz auf"

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Kirchenkonzert des Denzlinger Musikvereins in St. Jakobus.

Mittwoch, 21. Mai 2014 - Artikel in der Badischen Zeitung
Verfasserin: Helena Kiefer

DENZLINGEN. "Ich freue mich, dass Sie mein Werk zur Aufführung bringen", schreibt Jacob de Haan in einer E-Mail an Harald Aigeldinger, Dirigent des Musikvereins Denzlingen. "Wenn das mal kein Ansporn ist", freute sich der Vorsitzende Fritz Dorsch am Sonntagabend in der Denzlinger Jakobuskirche.

Bläser und Schlagwerker des Musikvereins boten mit dem CVJM-Chor Kirchenmusik.

Der Musikverein hatte dort mit dem CVJM-Chor und einem Projektchor ein anspruchsvolles und umfangreiches Konzertprogramm auf die Beine gestellt. In der gut besuchten Kirche lauschten die Zuhörer etwas mehr als eine Stunde Werken von Jacob de Haan, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Jan van der Roost und Johann Pachelbel.


"Alles kann zum Lob Gottes werden", begrüßte auch der Hausherr, Pfarrer Hermann Vogt, das Publikum. Gewaltig und einem Paukenschlag gleich begann das Konzert mit der "Choral Music" von de Haan. Immer wieder wechseln sich dabei melodische Flötentöne, anschwellende Passagen und einzelne Trommelschläge ab – das Orchester folgte den Anweisungen des Dirigenten und lieferte Spitzenleistungen ab. Vor dem fulminanten Finale wurde das Orchester immer schneller, bevor es den Schluss noch einmal à la Beethoven – herauszögerte und das Tempo wieder bremste.

Dumpfes, anschwellendes Grollen kennzeichnet den Anfang von "Prima Luce". Das Stück entstand im Auftrag einer Grundschule in Aurora in den Vereinigten Staaten. Jan van der Roost hatte sich für diese Komposition vom Ortsnamen "Aurora" inspirieren lassen. Aurora bedeutet Morgengrauen. Diesen magischen Moment, wenn die Sonne langsam aufgeht, konnte der Hörer im Konzert nachempfinden. Die Töne und die Stimmung der Musik wurden anmutiger, heller – bis die majestätisch anmutenden Klänge die Sonne beschrieben, die es schwerfällig geschafft hat, hinter den Hügeln emporzuklettern.

Melodisch erklang in der Jakobuskirche das "Arioso" von Johann Sebastian Bach. Tänzerischer und anmutiger folgte die "Sarabande" von Georg Friedrich Händel. Besondere Begeisterung rief "Pachelbels Canon" hervor, für den sich die Denzlinger Musiker ins Zeug legten. Das Hauptwerk im Konzert des Musikvereins, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen mit einer ganzen Reihe von Konzerten feiert, ist die "Cantica Sancto Benedicto" von Jacob de Haan in drei Sätzen.

Als Sopranistin trat die Kulturpreisträgerin Petronella Rußer-Grüning auf. Der von ihr geleitete Chor wurde meisterhaft von Harald Aigeldinger gleich mitdirigiert und machte seine Sache hervorragend. Gut artikuliert sangen die Sänger und Sängerinnen vom CVJM die drei Sätze des Werkes "Gloria Patri", "Gloria Filio" und "Gloria Spiritui Sancto".

Tosender Applaus bestätigte den Singenden und Musizierenden die großartige Leistung, die sie durch fleißige Probenarbeit mit ihren Dirigenten erbrachten. "Bei solcher Musik geht uns das Herz auf", sagte Fritz Dorsch am Ende des Konzertes. So wie ihm erging es sicher auch den vielen Zuhörern im Kirchenschiff.