• Drucken

Das Jugendorchester

Das Jugendorchester besteht momentan aus 40 Musiker/innen im Alter von 10 bis 18 Jahren. Die meisten Musiker/innen des Jugendorchesters nehmen Unterricht bei entsprechenden Instrumentallehrern, die im Dienste des Musikvereins vor allem die praktische Ausbildung der Musiker übernehmen. Die Instrumentallehrer stehen in regelmäßigem Kontakt mit dem Dirigenten und signalisieren, sobald ein Schüler ausreichende Fähigkeiten erworben hat, um im Jugendorchester mitspielen zu können. Generell ist jeder Musiker willkommen, der seit mindestens zwei Jahren ein Blas- oder Schlaginstrument spielt und das gemeinsame Musizieren ausprobieren möchte. Die zweimal jährlich stattfindenden Schülervorspiele bilden eine ausgezeichnete Plattform, um neue Talente zu entdecken, welche das Jugendorchester perspektivisch verstärken können. Daneben rekrutiert sich der Nachwuchs aber auch aus der örtlichen Musikschule oder von sonstigen Privatlehrern.

Die Proben finden wöchentlich außerhalb der Schulferien statt; sie dauern üblicherweise 1½ Stunden. Sobald im Oktober die Vorbereitung fürs Stephanskonzert beginnt, wird die Probendauer auf 1¾ Stunden ausgedehnt, so dass etwas mehr Zeit für das Einstudieren der z.T. anspruchsvollen Stücke zur Verfügung steht. Das regelmäßige gemeinsame Musizieren legt den Grundstein für gelungene Auftritte und fördert die Freude an der Musik. Zudem wird das soziale Miteinander gelebt, denn die Jungmusiker merken, dass ihre regelmäßige Anwesenheit für das Gelingen der musikalischen Arbeit unabdingbar ist.

Geschichte

Im September 1982 gelang es, die damals erst 23-jährige Musikstudentin Gabriele Volk als musikalische Leiterin und Nachfolgerin von Herrn G. Nowakowski für das Hauptorchester des Musikvereins zu gewinnen. Im folgenden Jahr gründete die engagierte Dirigentin eine Vorstufengruppe für Anfänger und das Jugendorchester, welches sie bis zu ihrem berufsbedingten Weggang 1987 auch leitete.

Mit Jürgen Nübling wurde in dieser Zeit ein tatkräftiger junger Vorstand gewählt, der durch weitsichtige Planungen, gerade in der Jugendarbeit, die Weichen für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Jugendorchesters und damit auch des Musikvereins stellte.

Michael Bockstahler übernahm 1987 von Gabriele Volk nicht nur das Hauptorchester, sondern auch das Jugendorchester. Fünf Jahre später (1992) wurde Elvira Nübling dieses Amt übertragen. Unter ihrer beharrlichen Leitung entwickelte es sich rasch zu einer eigenen Größe im Verein. Auch wurde in dieser Zeit die Ausbildung der Jugend examinierten Instrumentallehrern übertragen. Diese Maßnahme zeigte schon bald gute Erfolge und die Qualität des Jugendorchesters konnte dadurch noch weiter gesteigert werden.

Elvira Nübling übergab die Leitung Ende 1994 an Torsten Klawonn, der mit Kreativität und hohem Einsatzwillen das Orchester weiter voran brachte. Zwei Jahren später (1996) übernahm Oliver Schätzle das Dirigentenamt, da Torsten Klawonn seinen Wehrdienst ableisten musste. Oliver Schätzle, der bei den Musikern/Innen des Jugendorchesters sehr beliebt war, leitete das Jugendorchester bis 2006 - unterbrochen durch ein kurzes Gastspiel von Frank Muffler. Nach Schätzles Weggang war Marc Vetter für ein paar Monate mit der musikalischen Leitung betraut, bevor man Anfang 2007 die junge Lehramtsreferendarin Diana Altbürger (später Diana Stephan) als neue Dirigentin gewinnen konnte. Berufliche Gründe zwangen auch sie bereits nach vier Jahren den Taktstock beim Stephanskonzert 2010 an Thorsten Hehn zu übergeben.

Dieser versucht seitdem, jeden einzelnen Musiker/in in seiner Entwicklung voran zu bringen, um somit die Qualität des gesamten Jugendorchesters sukzessive zu erhöhen.

Besetzung

Traditionell ist das tiefe Blech, insbesondere Tuba und Tenorhorn schwach besetzt, so dass hier häufig entsprechende Musiker aus dem Hauptorchester aushelfen. Für den vollen Klang des Orchesters sind diese Instrumente unabdingbar, weshalb Schüler, welche diese Instrumente erlernen möchten, besonders dringend benötigt werden. Auch Hörner tragen zu einem ausgewogenen Klang bei, da sie klanglich das Bindeglied zwischen den Holz- und den Blechinstrumenten darstellen – leider ist es auch in diesem Register momentan schwierig, Nachwuchs zu bekommen. Im Gegensatz dazu ist das Altsaxofonregister stets sehr zahlreich besetzt, während momentan nur eine Musikerin das Tenorsaxofon spielt.

Auf Grund dieses musikalischen Missverhältnisses ist es für den Dirigenten äußerst herausfordernd, einen ausgewogenen Orchesterklang zu formen. Dies gelingt durch die Wahl entsprechender Literatur, welche speziell für ungleichmäßig besetzte Jugendorchester geschrieben wurde, oder durch das „Umfunktionieren“ einiger Instrumente, welche zahlreich vorhanden sind, auf andere Stimmen.

Regelmäßig verlassen gute Musiker/innen das Orchester aus beruflichen oder sonstigen Gründen; gleichzeitig treten junge, unerfahrene Musiker ein, die erst seit wenigen Jahre Instrumentalunterricht genommen haben. Dieser Spagat erfordert Fingerspitzengefühl bei der Stückeauswahl, so dass die Stücke für die Jüngeren gerade noch spielbar sind, aber auch die älteren nicht unterfordert werden. Dieser Aspekt muss außerdem bei der regelmäßigen Probenarbeit beachtet werden.

Konzerte und Auftritte

Das Jugendorchester hat mittlerweile einen gewissen Reifegrad erlangt und schafft es so immer wieder, sich bei den Konzerten und Auftritten gut zu präsentieren, wodurch es bei den Zuhörern Beliebtheit erlangt hat. Diese regelmäßig stattfindenden Auftritte sind für die Motivation der Jungmusiker enorm wichtig, da sie sich durch die positive Reaktion der Zuhörer in ihrem unermüdlichen Einsatz fürs Jugendorchester bestätigt fühlen. Außerdem bieten die Auftritte bei befreundeten Jugendorchestern in der Umgebung die Gelegenheit, wertvolle Kontakte zu knüpfen, um so z.B. Gastkapellen für eigene Feste zu bekommen.

Höhepunkt jedes Jahres ist das Stephanskonzert, welches das Jugendorchester gemeinsam mit dem Hauptorchester am 26.12. bestreitet. Jahr für Jahr erarbeitet das Jugendorchester ein interessantes und abwechslungsreiches Programm. Ein Probenwochenende, welches wenige Wochen vor dem Konzerttermin stattfindet, bietet die Gelegenheit, die Konzertstücke in intensiver Probenarbeit einzustudieren und registerweise mit entsprechenden Dozenten an technischen Fertigkeiten zu feilen. Doch neben all der Arbeit kommt auch der Spaß nicht zu kurz; abends gibt es eine Nachtwanderung, oder es werden gemeinsam Tischtennis oder Brettspiele gespielt.

Zwei mal im Jahr finden Schülervorspiele statt, welche durch das Jugendorchester umrahmt werden. Die Instrumentalschüler, die noch nicht im Orchester spielen, bekommen dadurch das gemeinsame Musizieren schmackhaft gemacht und werden motiviert, ihr Instrument weiter zu erlernen. Daneben spielt das Jugendorchester in den Sommermonaten zur Unterhaltung auf diversen Festen in Denzlingen und Umgebung. Auch in Seniorenheimen tritt das Jugendorchester hin und wieder auf, was bei den Heimbewohnern stets ein Lächeln auf ihr Gesicht zaubert. Zudem eröffnet das Jugendorchester stets den Denzlinger Weihnachtsmarkt mit weihnachtlicher Musik.